Industrielle Abwässer

Behandlung mit Pflanzenkläranlagen
 

Nachbehandlung von Abwässern der chemischen

Industrie (4.000 m³/d) aus dem Changshu

Industrial Park China






 


Download: Kurzbeschreibung der Pflanzenkläranlage Changshu Industrial Park

Download: Fotos vom Juni 2016

Forschungsprojekt in Vietnam


Reinigung von Abwasser aus der Industrieproduktion von Stärke aus Tapioka (Cassava, Maniok) in Südvietnam



Die Zulaufbelastungen liegen bei ca. 13.000 mg/l CSB; aktuell erreicht die Reinigungskaskade Ablaufwerte von 300 bis 400 mg/l CSB.
Die Pilotversuche dauern an bis zum Jahr 2013.







Download 1: Constructed Wetlands for Treatment of Biogas Plant Effluents Presentation for GIZ/FECC Training VI on 'Performance and Support Policy of Biogas Energy generating Biogas Plants', Nanjing, China, 16th to 18th May 2012, by Michael Blumberg 

Download 2: Treatment of tapioca processing wastewater in South Vietnam, Poster presentation on International Symposium "Re-Water Braunschweig", November 2011.

Download 3: Reinigung von Tapioka-Abwasser in Südvietnam

 


 


Großanlagen für industrielles Abwasser


Frühe (1990/91) Industriegroßanlagen für Abwasser der chemischen Industrie (ICI Oil Works, Billingham, England, 7 ha Größe) und Kokereiabwasser (British Steel, Llanwern, England, 18 ha Größe) nach dem Wurzelraumentsorgungsverfahren (root zone method) der Arbeitsgruppe Prof. Kickuth, Deutschland.

Vorversuche mit dem Industrieabwasser in einer Pilotanlage und Selektion und Anzucht von abwasseradaptierten Schilfpflanzen (Phragmites communis) in speziell eingerichteten Gewächshäusern















Bau- und Bepflanzungsphase (1990/1991) ICI Oil Works, Billingham


















British Steel, Llanwern





In der Bildergalerie befinden sich die Fotos im größeren Format




Bepflanzter Bodenfilter Hamburg-Havighorst

Im Südosten Hamburgs, auf dem Gebiet des ausgebeuteten Havighorster Moores, wurde 1978 am Südwestrand eines stillgelegten und rekultivierten 18 ha großen Bauschuttdeponiegeländes der Austritt beträchtlicher kontaminierter Sickerwassermengen entdeckt, die auch zu deutlichen Geruchsbelästigungen im jetzigen Naherholungsgebiet führten. Zur Sanierung dieser Altlast wurden die austretenden Wässer gefasst und eine Pflanzenkläranlage nach dem Wurzelraumentsorgungsverfahren gebaut. Die Inbetriebnahme dieses naturnahen Entsorgungskonzeptes auf der Basis eines schilfbepflanzten
Bodenkörpers erfolgte im Jahr 1986 durch die Stadt Hamburg.

Verfahrensbeschreibung

Die Pflanzenkläranlage Hamburg-Havighorst besteht aus einem 2500 m2 großen und 60 cm tiefen, folienabgedichteten Bodenkörper, der mit Schilfrohr bepflanzt ist. Die Zuleitung des gesammelten Sickerwassers erfolgt im Freigefälle, die Ableitung in den benachbarten Kreisbahngraben über eine windkraftbetriebene Hebeanlage und eine Elektropumpe.

Im Wurzelraumverfahren bewirken die Pflanzen, der Boden und die in ihm lebenden Mikroorganismen im Zusammenspiel die Reinigung des Abwassers. Wichtige Teilprozesse bestehen im mikrobiellen Abbau, der Anlagerung an Bodenbestandteile und der Ausgasung leichtflüchtiger Komponenten.

Bisherige Reinigungsleistungen

Das Abwasser der Havighorster Deponie unterscheidet sich in vieler Hinsicht von
kommunalem Abwasser. So liegt beispielsweise nur ein relativ geringer biochemischer (BSB5) und chemischer (CSB) Sauerstoffbedarf vor, der durch die Wurzelraumanlage noch um 60 - 70 % (BSB5) bzw. 15-20 % (CSB) verringert wird. Die geringen Zulaufkonzentrationen von Stickstoff und Phosphor unterliegen ebenfalls noch einer deutlichen Reduzierung, die bei der Stickstofffracht ca. 40 % und bei Gesamtphosphor 25 % beträgt.

Als Hauptproblemstoffe des Deponiesickerwassers sind verschiedene
Chlorkohlenwasserstoffe (Chlorbenzole und Chlorphenole) sowie bestimmte aromatische Kohlenwasserstoffe, vor allem Benzol, Ethylenbenzol und Naphthalin, zu nennen. Die auffällig hohen Konzentrationen dieser schwerabbaubaren Schadstoffe werden durch die Wurzelraumpassage 
um 94 - 100 % vermindert.

In der Schwermetallfraktion tritt vor allem Arsen mit einer mittleren Konzentration von 29 μg/l (Grenzwert für Trinkwasser = 10 μg/l) als Problemstoff des Deponiesickerwassers hervor. Am Ablauf des bepflanzten Bodenfilters werden im Mittel nur noch 8 μg/l gemessen. Ebenso wird die Quecksilberkonzentration von 0,9 μg/l (Grenzwert für Trinkwasser = 1 μg/l) auf 0,6 μg/l reduziert.

Download: Deponiesickerwasserreinigung - Bepflanzter Bodenfilter Hamburg-Havighorst