Durchführbarkeits-studie

Wir werden mit einer Fülle von Anfragen zu diversen Umweltproblemen konfrontiert. Das ist erfreulich, denn es sind ja potentielle Kunden. Irgendwas müssen wir offensichtlich in gut 25 Jahren Betriebstätigkeit richtig gemacht haben.

Diese Erstanfragen verursachen oft Recherchen und erhebliche geistige Anstrengungen, sind also zeitaufwendig – und damit teuer, aber nicht abrechenbar (sogenannte Akquisitionskosten). 

Im praktischen Alltagsleben verhalten wir uns ähnlich ausbeuterisch, lassen uns im Fachgeschäft eine ¾ Stunde zur neuesten Fernsehtechnologie beraten, kaufen aber beim Billiganbieter um die Ecke oder im Internet. Das ist natürlich nicht auskömmlich oder ruinös für die gut ausgebildeten Fachleute, deren Zahl daher tendenziell abnimmt. 

Die Quintessenz, die wir ziehen und transparent machen wollen – nachdem wir jahrzehntelang nahezu kostenfrei Beratungsdienstleistungen für Bürgerinitiativen, Kommunen und Industriebetriebe erbracht haben - , ist die, dass am Anfang eines Projektes eine Durchführbarkeitsstudie oder Vorplanung mit Varianten- betrachtung stehen sollte, die dem Kunden eine qualifizierte Entscheidungs- grundlage für weitergehende ingenieurfachliche Planungen und eine überschlägige Vorkalkulation zu erwartender Projektkosten liefert. 

Die zwei wesentlichsten Begründungen seien hier genannt:

Im Bereich der Vorplanung besteht mit großem Abstand das größte Einsparpotential … nicht in Details der späteren Bauausführung.

Kostenbeeinflussbarkeit in Abhängigkeit von den Projektphasen


Es ist für uns unverständlich, dass die Kundenseite dieses Phänomen nahezu nicht durchschaut, am wenigsten übrigens unsere asiatischen Projektpartner, die durchweg Feasibility-Studien ablehnen. 

Aus unserer Sicht als Auftragnehmer von umweltbezogenen Ingenieurdienst- leistungen ist das Angebot einer Durchführbarkeitsstudie (feasibility study) oder einer Variantenbetrachtung im Zuge einer HOAI-Vorplanung ein gutes Kriterium zur Überprüfung der Ernsthaftigkeit einer Kundenanfrage.

Wer die 5.000 bis 15.000 Euro für diese entscheidende diagnostische Grundlagenermittlung und Vorplanung nicht ausgeben will, weiß nicht wie projektentscheidend diese Leistungsphasen am Anfang sind. Oder anders ausgedrückt, wer bei der Anamnese und Diagnose einer Krankheit krampfhaft spart, zahlt oft nachher doppelt und dreifach für die falsche Therapie. 

Wer billig plant, baut meist teuer!